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Michael Kalki

Datum
Uhrzeit
Organisationseinheiten
Akademie
Ortsbeschreibung
211a
Ort, Treffpunkt (1)
Hauptgebäude
Ort, Adresse (1)
Schillerplatz 3
Ort, PLZ und/oder Ort (1)
1010 Wien

Vortrag organisiert vom Institut für bildende Kunst, abstrakte Malerei.

" You're painting a shoe; you start painting the sole, and it turns into a moon; you start painting the moon and it turns into a piece of bread." (Philip Guston)

Kalkis Malerei, die sich vom Surreal-Figürlichen, ü ber eine quasi-abstrakte pointilistische Phase zur scheinbaren Abstraktion entwickelt hat, ist seit jeher angeregt von der Psychologie des Ged ä chtnisses. Besonderes Interesse liegt dabei auf den Prozessen, die Erinnerungen speichern, verarbeiten, neu zug ä nglich machen und dem Potential, Neues zu produzieren.

W ürde man den Computer, der nach ä hnlicher Systematik eingespeiste Informationen verarbeitet, als ausgelagertes Ged ächtnis auffassen, dann ließe sich die Digitalisierung von Eindrü cken mit der Umsetzung des vom Menschen Gesehenen und Gedachten in der Malerei vergleichen. Das Zerfallen klassischer Bilder bei den Impressionisten in unz ä hlige kleine Pinselstriche entspricht den Pixeln des Computers , der virtuelle Raum, als System von Zeichenfolgen ohne Zentrum, Anfang oder Ende ist einem kubistischen Gem ä lde, das Objekt und Raum gleichwertig behandelt, nicht un ä hnlich. Michael Kalki benutzt den Rechner als Entwurfswerkzeug, mittels dessen elektronischer Bildbearbeitungstechniken er das Verh ältnis von Flä chen und Farben erproben kann, um sich einer subjektiven Wirklichkeit zu n ähern. Dabei ä hnelt der Umgang mit den Bildelementen, bevor sie als Gem ä lde auf die Leinwand gebracht werden, dem Arrangieren eines Stilllebens, nur dass es sich hierbei um abstrakte Schaltungen, Verschiebungen oder Verzerrungen handelt, die in einer fl ü chtig-komplexen Wechselbeziehung zueinander stehen. Die Simultanit ä t von Prozessen spiegelt sich in der Polyfokalit ät wider, die durch zwei ü bereinandergelegte Bildebenen entsteht, welche sich gegenseitig erg änzen und mittels  Filtern wie Farbton/Sättigung in ein Spannungsverhä ltnis gesetzt werden. Das Bild pr ä sentiert dem Betrachter keinen definierten Ausschnitt einer Welt, sondern die Summe ihres Kr ä ftespiels, die Gestalt annimmt. Dennoch f ü hrt Michael Kalki es ü ber den Transfer der fl ü chtig-abstrakten Schaltsignale in die klassische Darstellungsform der Malerei in seine Einfachheit zur ü ck.
Er thematisiert das Gerangel um Vorherrschaften: zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, Bewusstsein und Unterbewusstsein, die Bildung von Strukturen und Hierarchien. Gleichzeitig hat er farblich und formal auch ein Netz aus Andeutungen ausgelegt, welche sich als dezente Referenzen an kunsthistorische Vorg änger deuten lassen.

Weitere Informationen unter

http://www.wentrupgallery.com/exhibitions/big_sur