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Neue Professorin für Theorie und Vermittlung von Gegenwartskunst ab 1.3.2026: Kathrin Rottmann

Ersatzkraft für die Dauer der Freistellung von Alena J. Williams bis 30.6.2026. 
Wir heißen Kathrin Rottmann  (Univ.prof. § 99 UG für Theorie und Vermittlung von Gegenwartskunst) herzlich an der Akademie der bildenden Künste Wien willkommen!

 

Kathrin Rottmann ist Kunsthistorikerin mit Schwerpunkt auf moderner und zeitgenössischer Kunst und vertritt im Sommersemester 2026 die Professur für Theorie und Vermittlung der zeitgenössischen Kunst am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste Wien. Ihre Forschungsinteressen umfassen Produktion und Produktionsverhältnisse in der Kunst, Materialien und Dinge, die Geschichte und Theorie von Fotografie und Film sowie Feminismus- und Geschlechtertheorien. Mit einem kulturwissenschaftlichen und transdisziplinären Ansatz analysiert sie Kunst in ihren jeweiligen Kontexten. Dabei erforscht sie, in welchen Produktionsverhältnissen Kunst konzipiert und unter welchen Bedingungen sie produziert wird, wie sie ausgestellt und vermittelt wird und wie sie in die Gesellschaft wirkt.

Diesen Fragen geht sie in zwei Projekten nach: An der Ruhr-Universität Bochum leitet sie das DFG-Projekt „Industrielle Produktionsweisen in der Kunst des globalen Nordens im 20. und 21. Jahrhundert. Studien in Kunst und Fabriken“. Produktionsweisen sind spätestens seit dem 20. Jahrhundert konzeptueller Bestandteil von Kunstwerken. Das Projekt beschäftigt sich deshalb mit der Frage, wie sie in der kunstgeschichtlichen Analyse zu berücksichtigen sind, und erforscht aus einer materialistischen und feministischen Perspektive, wie und unter welchen sozio- und geschlechterpolitischen Bedingungen die Produktionsprozesse aus der Fabrik in die Kunst transferiert wurden. Um Produktionsfragen geht es auch in ihrer Vorlesung „(Re)Produktionsweisen in der zeitgenössischen Kunst. Gießen, Kochen, Delegieren“, in der sie exemplarisch künstlerische Produktionsweisen innerhalb ihrer gesellschaftlichen, (geschlechter)politischen und ökonomischen Produktionsparadigmen analysiert. Ihr Seminar hingegen widmet sich der Massenware: Unter dem Schlagwort „Autokunst“ befragt es zeitgenössische künstlerische Strategien zwischen Lifestyle, Männlichkeit(skritik) und Ökofuturismus. 

Außerdem erforscht Kathrin Rottmann gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Friederike Sigler (Universität Wien) das Verhältnis von Kunst und der (Neuen) Rechten. Während eine linke Kunstgeschichte um 1968 intensive Diskussionen über nationalsozialistische und ‚rechte‘ Kunst führte, fehlt eine vergleichbare Debatte über die Kunst der Neuen Rechten heute. Gegenstand und Ziel des Projekts ist es, Methoden zu entwickeln, um die Kunst und Ästhetik der Neuen Rechten zu erfassen und zu theoretisieren. Gemeinsam mit Clara Heggemann, Jelka Schäfer und Wim Zimmermann (Bochum) hosten Friederike Sigler und Kathrin Rottmann die digitale Plattform leftarthistories.org, um internationale Forschungsbeiträge zu Kunst, (Neue) Rechte und Faschismus zu publizieren.

 

Zuletzt erschienen:
Neurechte Kunstgeschichtsschreibung inkognito: Mortimer G. Davidson, in: leftarthistories.org, 06.05.2025
mit Friederike Sigler (Hg.): kritische berichte, 2024, 4: Produktion und Produktionsverhältnisse / Production and Production Relations, https://ahnp.ub.uni-heidelberg.de/journals/kb/issue/view/7064

Ursula Burghardt. Verfremdung als Strategie / Ursula Burghardt. Defamiliarization as Strategy, in: Ausst.-Kat. Fluxus und darüber hinaus. Ursula Burghardt und Benjamin Patterson, hg. v. Barbara Engelbach, Museum Ludwig, Köln 2024, S. 51–62, 93–104