Fashions and Styles on the Move
Eine andauernde Kooperation zu Dekolonisierung, heilenden textilen Praktiken und sozialer Gerechtigkeit in Mode und Design mit der University of Namibia und der University of Johannesburg
Der Fachbereich Moden und Styles am IKL der Akademie der bildenden Künste, das Department of Humanities and Arts/ Fashion Design der University Namibia und das Department Fashion Design der Faculty of Arts, Design and Architecture der University of Johannesburg starteten mit Unterstützung des International Office der Akademie und des EU-Programm ERASMUS+International Credit Mobility im Frühjahr 2023 eine Kooperation unter dem Banner “Decolonizing Fashion Research, Textile Healing and Social Justice”.
Teil 2: Johannesburg 2025
Im Herbst 2025 hieß schließlich das Team der University of Johannesburg Elke Gaugele, Sarah Held, Anna Hambira, Constanze Pirch und David Eisner von Akademie der bildenden Künste in Südafrika willkommen.
Besuche im GALA Archive, das sich queerer Geschichte im südlichen Raum Afrikas widmet, und des South African History Archive ließen das Team in Kämpfe und Counter Strategies diverser lokaler Communities eintauchen und Artefakte des Widerstands besichtigen. Beim gemeinsamen Besuch der Ausstellung „Fashion Accounts“ im Museum Africa eröffnete Erica de Greef vom African Fashion Research Institute (AFRI) wichtige Einblicke in die kuratorische Arbeit zur Dekolonisierung von Mode und Textilsammlungen in Südafrika, die hier durch spekulatives Design und kritische künstlerische Displays sichtbar und erfahrbar gemacht wird. Diese setzten sich beim Besuch der Ausstellung IMPACT IS A VERB der Faculty of Arts, Design und Architecture der University of Johannesburg fort, wo zudem viele neue Kontakte zu Kreativen und Forschenden geknüpft wurden.
Auch hier beeindruckten die künstlerischen und wissenschaftlichen Positionen der Kolleg_innen durch ihre intensive Auseinandersetzung mit kolonialen Strukturen und der gewaltvollen Geschichte der Apartheit sowie durch ihre kraftvollen Ästhetiken durch die sie als gegenwärtige aktivistische Mittel zur aktiven Dekolonisierung institutioneller und gesellschaftlicher Räume beitragen. Elke Gaugele und Sarah Held hielten im Rahmen der DESIS Vortragsreihe einen Vortrag: The Far-Right’s Weaponization of Fashion, Style and Homeland in the 4IR zum aktuellen FWF-Forschungsprojekt "Fashion and the Far-Right”.
Zeitgleich schlossen sich Constanze Pirch und David Eisner Kolleg:innen der University of Johannesburg an, um die 2025 Design Education Forum of Southern Africa Conference zu besuchen. Auch hier prägten die Emanzipation Afrikas und die Loslösung des Kontinents vom eurozentrischen Kanon die wissenschaftlichen Beiträge und das Verständnis von Bildung und Gesellschaft für zukünftige Generationen. Dieser Shift spiegelt auch sich den Konferenzthemen wider: Design + Digital Disruptions and Technology / Design+ Societal Realities, Impact and Cultural Preservation / Design+ Sustainability and Future-Focused Design verknüpft mit Embedded Knowledge, Cultural Heritage Archives, Native Design Languages, Decolonial Design History and Curriculum Development, AI und Feminist Disruption.
Anna Hambira hielt indes an der UJ eine Folge-Lecture aufbauend auf ihrem digitalen Vortrag (WS24) und beteiligte sich an der Feedback-Runde der Abschluss-Projekte der Studierenden des Fashion Departments. Gemeinsam besuchte das Fashions and Styles Team das beeindruckend kuratierte Apartheid Museum zu zivilen Widerstandskampf gegen das Apartheitssystem.
Elke Gaugele, Sarah Held, David Eisner und Constanze Pirch besuchten abschließend noch das Cultural Forum Austria in Pretoria, um eine künftige Zusammenarbeit mit dem Projekt zu besprechen. Nach 10 Tagen, gefüllt von Reflektion, Austausch, Vertiefung der gemeinsamen Themen und Planung der weiteren Zusammenarbeit brach das Fashions and Styles Teams weiter nach Windhoek im benachbarten Namibia auf.