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Erinnerung und Imaginäres: Demokratische Bürger*innenschaft

Projektleitung:
Marina Gržinić (IBK)

Projektteam:
Sophie Uitz, Jovita Pristovšek

Projektdauer:
1 Jahr

Gefördert von:
FWF | Top Citizen Science (TCS119)

Weblink:
https://convivialityaspotentiality.akbild.ac.at/citizen-science/

FWF | Top Citizen Science
geleitet von Marina Gržinić, Institut für bildende Kunst
Projektlaufzeit: 1.3.2022 – 28.2.2023

Dieses Projekt untersucht die Vorstellungen (imaginaries) jüdischer, queerer und migrantischer Gemeinschaften im postnazistischen Österreich von 1945 bis heute, insbesondere jene sozialen und politischen Vorstellungen, die durch Erinnerungen gemeinschaftlich geformt werden: Wie manifestieren sich Erinnerungen und Vorstellungen von jüdischen, queeren und migrantischen Gemeinschaften innerhalb der majoritären Narrative der österreichischen Gesellschaft? Wie positionieren sich die Mitglieder dieser Gemeinschaften in Bezug auf breitere hegemoniale Diskurse von Staat und Nation in Österreich heute? In welchem Ausmaß werden in diesen Gemeinschaften Gegendiskurse zu den dominanten historischen Narrativen geführt? Und wie stellen sie die vorherrschende Konstruktion von Staatsbürger_innenschaft in Frage?

Demokratische Bürger_innenschaft ist das Ergebnis eines Prozesses politischer Performativität, z. B. durch Erinnern, Nacherzählen und Reimagination, und basiert auf einer ständigen Suche nach Dialog und Widerstand gegen die Unterscheidung zwischen Bürger_innen, die der Mehrheitsgesellschaft angehören und jenen, die aus verschiedenen Gründen nicht dazu zählen. Es ist die Durchführung dieses Prozesses demokratischer Bürger_innenschaft, die mit diesem Projekt ermöglicht werden soll.

Das vorgeschlagene Projekt setzt neue Impulse im Feld der Citizen Science dar, da es Citizen Science mit kunstbasierter Forschung verbindet. Imaginäres Wissen ist eine kollektive und relationale Form des Wissens, die erfahrungsbasiert, räumlich und zeitlich vielschichtig ist. Citizen Science und kunstbasierte Forschung sind innovative Wege, um Einblicke in solche Vorstellungen und ihr Potenzial für demokratische Bürger_innenschaft zu gewinnen. Die Erforschung der Erinnerungen und Vorstellungen der drei marginalisierten Gemeinschaften ist zeitgemäß und birgt Potenzial für neue Erkenntnisse in den citizen humanities .