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Wahrnehmen, Rechtsprechen und Verwerten in der kolonialen Moderne. Zum Nexus von ursprünglicher Akkumulation, race und westlicher Ästhetik

Projektleitung:
Ruth Sonderegger (Akademie der bildenden Künste Wien, IKW)
Katja Diefenbach (Viadrina Universität Frankfurt an der Oder)
Pablo Valdivia (Viadrina Universität Frankfurt an der Oder)

Projektdauer:
1,5 Jahre

Gefördert von:
VolkswagenStiftung | Aufbruch-Programm

VolkswagenStiftung | Aufbruch-Programm
geleitet von Ruth Sonderegger, Institut für Kunst und Kulturwissenschaften
Projektlaufzeit: 1.4.2023 – 30.9.2024

Dieses Projekt untersucht, inwiefern die westliche philosophische Ästhetik in Mechanismen der Entrechtungs- und Enteignungsgewalt verwickelt ist, die die koloniale Moderne geprägt haben. Dabei werden insbesondere die bis heute vernachlässigten Dynamiken der Rassifizierung und ihre komplexe Verschränkung mit ökonomischer Verwertung, patriarchaler Macht und instrumenteller Naturherrschaft berücksichtigt. Das Projekt schließt in dieser Hinsicht an aktuelle Debatten zur fortgesetzten ursprünglichen Akkumulation an. Im Fokus steht die Problematik, wie sich moderne Mechanismen enteignender Gewalt in die Gründungsnarrative ästhetischer und rechtlicher Subjektivierung eingeschrieben haben und weiterhin epistemisch wirksam sind.

Auf Grundlage dieser Analysen stellt das Projekt die spekulative Frage, wie sich eine Theorie des Ästhetischen all jener Praktiken des Sinnlichen annehmen kann, die einen Aufbruch jenseits ego- und wertlogischer Schemata vollziehen. Das Forschungsprojekt wagt diesen Aufbruch zu einer anderen Ästhetik, indem es minoritäre, dekoloniale und ökonomiekritische Denktraditionen in eine neue Konstellation bringt. So sollen Möglichkeiten und Zukünfte einer heterodoxen Politik des Sinnlichen fassbar werden, die mit den Subjekt- und Autonomiebegriffen der kolonialen Moderne brechen. Wo Eigentum war, sollen Differenz und Relation werden.